Trudering-Riem - vom Doppeldorf zum Boomviertel |
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Das im östlichen Randbereich Münchens gelegene Trudering kann auf eine über 1.200jährige Geschichte zurückblicken (erstmalige Erwähnung in der Hiltuprantschen Schenkungsurkunde 772). Mit der Münchner Geschichte ist es von Anbeginn stark verbunden, da durch Münchens Gründung die wichtige Salzstraße von Wasserburg bzw. Reichenhall/Salzburg über Truderinger Gebiet führte. Dies wiederum führte zusammen mit den Grundbesitzverhältnissen zur Ausbildung eines Doppeldorfes: Kirchtrudering, das zum Bistum Freising gehörte, während Straßtrudering (mit der Pferde-Relaisstation) unter weltlicher Oberhoheit stand.
Seit 1870 liegt Trudering an der West-Ost-Bahn-Magistrale München - Rosenheim - Wien/Verona, was auch zu einer wesentlichen Verkehrsverbesserung im Nahverkehr sorgte. Die soziale Umstrukturierung des einstigen Bauerndorfes setzte bereits Jahrzehnte vor seiner Eingemeindung (1932) ab ca. 1890 durch Zuzug begüteter Städter ein. Dies verstärkte sich mit den, um die Jahrhundertwende entstandenen Siedlungen Michaeliburg und Waldtrudering, sowie gegen Ende des 1.Weltkriegs mit den Quartieren Neutrudering und Gartenstadt Trudering. Eine forcierte Neubautätigkeit war allerdings erst nach dem Zweiten Weltkrieg zu verzeichnen, als Trudering für viele Heimatvertriebene vor allem aus der Batschka, aus Siebenbürgen und dem Sudetenland eine neue Heimat bot (knapp unter 90 Prozent des heutigen Wohnungsbestandes stammen aus der Zeit nach 1948). Flächenmäßig einer der größten Stadtbezirke, ist sein Siedlungscharakter nach wie vor durch eine weiträumige, mit großzügigen privaten Grünräumen versehene, Ein- und Zweifamilienhausbebauung bestimmt, die für eine geringe Bau- und Einwohnerdichte sorgt. Seit Mitte der achtziger Jahre führt allerdings die Nachverdichtung wie bei den anderen Münchner Gartenstadtvierteln zu einem erkennbaren Wandel im Ortsbild und zu einem stetigen Bevölkerungswachstum: insbesondere das begehrte Wohnquartier Waldtrudering nimmt seither in der Münchner Bevölkerungszuwachsstatistik den Spitzenplatz ein. |
Einen großen Zuwachs für Trudering hat auch das Siedlungsprojekt "Friedenspromenade" mit sich gebracht. Es wurde münchenweit dadurch bekannt, dass über den Umfang und Art der Bebauung erstmals per Bürgerbescheid entschieden wurde. Waren lange Zeit die unteren Sozialschichten in Trudering dominierend, so stellt sich der Stadtbezirk heute als bürgerliches Mittelstandsviertel dar. Die weitaus größte Zahl der Erwerbstätigen geht einem Angestellten- / Beamtenberuf nach. Daneben ist ein überdurchschnittlicher Anteil freiberuflich tätig. Unter den mehrheitlich auftretenden Mehrpersonenhaushalten sind Familien mit Kindern noch stark vertreten. Der Ausländeranteil liegt bei knapp 15 Prozent (München 2004: ca. 24%), wird aber durch den hohen Ausländeranteil in der Messestadt (2004 ca. 40%) in absehbarer Zeit deutlich steigen. |
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Die durch die Flughafenverlagerung entfallenen Arbeitsplätze werden von dem dort zu erwartenden Arbeitsplatzangebot (ca. 13.000 Arbeitsplätze) mehr als ausgeglichen, so daß mit einem deutlichen Anstieg der Beschäftigtenzahlen, vor allem im Tertiärbereich, zu rechnen sein wird. Dieser nimmt unter den im Stadtbezirk vertretenen Wirtschaftszweigen nach der Zahl der Arbeitsplätze schon jetzt die Spitzenstellung ein. Durch die Ansiedlung zahlreicher Industrie- und Handwerksbetriebe im Gewerbegebiet Moosfeld hat das Verarbeitende Gewerbe jedoch in jüngster Zeit gegenüber den anderen Wirtschaftssektoren an Gewicht gewonnen.
aus: Münchener Statistik, Jahrgang 1996, Heft 1
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Links und weitere QuellenTrudering-Riem im WWW:[www.trudering-riem.de] [www.messestadt-riem.de] [www.messestadt-riem.com] [Stadtteilführer WEKA-Verlag/BA15] (PDF, 1,5 MB) [www.kulturzentrum-trudering.de] [Trudering-Riem in Zahlen] (Statistisches Jahrbuch 2005, PDF) [Trudering-Riem bei Wikipedia] |
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