Stadtbezirk 12
Schwabing-Freimann
Zwischen dem 11. und 4. Stadtbezirk im Westen sowie dem Englischen Garten und der Isar im Osten schiebt sich der 12. Stadtbezirk keilförmig von der Stadtgrenze im Norden bis zum Siegestor (Abschluß der Ludwigstraße) im Süden. Er ist aus Teilen von Schwabing (Alt-Schwabing), den Siedlungen in der Alten Heide und der ehemaligen Gemeinde Freimann zusammengewachsen.
Beide Stadtteile spielen eine große Rolle für München. Schwabing wurde um die Jahrhundertwende, in einer Zeit, von der noch viele Jugendstilhäuser zeugen, durch seine Literaten und Künstler bekannt. Auch heute noch steht es bei Einheimischen wie Fremden nicht nur als Synonym für Intellektualismus und Kunst, sondern ebenso für Amusement und Nachtleben.
In starkem Kontrast zu Alt-Schwabing stehen die Funktionen, die der Stadtteil Freimann, am nördlichen Bezirksrand, der aus einem alten Dorfkern und mehreren einzelnen Siedlungen besteht, für das Gemeinwesen wahrnimmt. Hier lädt die Stadt ihren Müll ab und hier werden ihre Abwässer geklärt. Westlich des Siedlungskerns von Freimann und der A 9 bis zu deren Ende am Mittleren Ring erstrecken sich ausgedehnte Gewerbegebiete wie z.B. der Euro-Industriepark München.
Etwa ein Fünftel der Arbeitsplätze im 12. Stadtbezirk entfallen auf Verarbeitendes Gewerbe und Baugewerbe, der Rest auf den tertiären Sektor. Dieser ist vor allem in Alt-Schwabing stark vertreten, wo sich neben einer Vielzahl von Einzelhandelsgeschäften eine Reihe von Banken, Versicherungen, sonstiger Verwaltungen und Verlagen niedergelassen hat, um hier repräsentative Zentralen zu errichten.
Die innerbezirkliche Sozialstruktur ist nicht homogen, wird aber stark vom quantitativen Gewicht Schwabings beeinflußt. Das Bildungsniveau und der Akademikeranteil sind vergleichsweise hoch. Nach der Stellung im Beruf sind drei Viertel der Erwerbstätigen als Angestellte, Beamte und beruflich Selbständige tätig. Hinsichtlich der Altersverteilung der Bezirksbevölkerung liegen die Schwerpunkte bei den 20- bis 30jährigen sowie 50- bis 60jährigen. Die, in den 80er Jahren entstandenen, Großwohnanlagen an der Berliner- und Heidemannstraße ließen den Anteil an Mehrpersonenhaushalten wieder größer werden. Nach wie vor besteht aber über die Hälfte der Haushalte im Stadtbezirk aus Einpersonenhaushalten. Der Ausländeranteil bewegt sich mit etwas üher 20Prozent auf dem Gesamtstadtniveau.
aus: Münchener Statistik, Jahrgang 1996, Heft 1