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Der 5. Stadtbezirk Au-Haidhausen

Der Stadtbezirk Au-Haidhausen ist in der Zusammenlegung der ehemals selbständigen Stadtteile Au und Haidhausen entstanden. Beide gehören zum Innenstadtrandgebiet und weisen in ihrer geschichtlichen Entwicklung deutliche Parallelen auf: Beide sind entstanden aus zwei ehemaligen Dörfern auf dem östlichen Isarhochufer außerhalb der Stadt. Im Lauf der damaligen Zeit siedelten sich hier - mit der zunehmenden Land-Stadt-Wanderung - kleinere Handwerker, Kleingewerbetreibende, Arbeiter und Tagelöhner vor den Toren der Stadt an. Aus dieser Zeit sind in beiden Stadtteilen noch eine größere Zahl kleiner Herbergshäuser erhalten, die das Stadtbild in manchen Bereichen noch prägen. Sie erinnern von Ferne an die ärmlichen und beengten Lebens- und Arbeitsverhältnisse dieser Zeiten.

Au

Mit der Stadtexpansion der Gründerzeit des 19.Jahrhunderts wurden Au und Haidhausen eingemeindet und ihr Gebiet wurde begehrtes Objekt für großflächige Gebietsentwicklungen, um den dringend benötigten Wohnraum für die wachsende Zahl der Beamten, Angestellten und Arbeiter in der Stadt zu schaffen. Nach dem gewonnenen Krieg gegen Frankreich entstand in Haidhausen damals das „Franzosenviertel“, gegliedert nach Prinzipien französischer Stadtplanung, mit Sternplätzen und nach französischen Städten benannten Straßen.

Mit der Jahrhundertwende kamen in beiden Stadtvierteln große Gebiete mit genossenschaftlichem Wohnungsbau hinzu. Der 2. Weltkrieg brachte schlimme und großflächige Kriegszerstörungen, die in den Jahren des Wiederaufbaus zu erheblichen Teilen durch städtische Wohnungsbaugesellschaften im sozialen Wohnungsbau wieder errichtet wurden.

Die Au am 25.04.1944 nach der Bombennacht

Mit dem Wirtschaftsaufschwung und dem rapiden Stadtwachstum entwickelte sich seit den 60er Jahren ein zunehmender Veränderungdruck auf zwei Ebenen, der beide Stadtviertel nicht nur in sozialer Hinsicht zunehmend verändert. Auf beiden Innenstadtrandgebieten lastet seit Jahren zunehmend Entwicklungsdruck, verursacht durch wirtschaftliche Expansion des Geschäftszentrums mit zunehmender Knappheit geeigneter Geschäfts- und Büroflächen für Spezialgeschäfte und zentrale Dienstleistungen. Die Verdrängungskonkurrenz geht tendenziell zu Lasten der örtlichen Stadtteilzentren, des Einzelhandels, der Handwerksbetriebe und Dienstleistungen zur Versorgung der Bevölkerung beider Stadtteile. Hier liegt ein Schwerpunkt der BA-Arbeit, zusammen mit den örtlichen Einzelhändlern und Betrieben Maßnahmen zur Verbesserung der Attraktivität und Konkurrenzfähigkeit unserer Stadtteilzentren zu planen und durchzuführen.

Ein Hauptproblem sind die Ansiedlungen großer Verwaltungen und Bürokomplexe. Au und Haidhausen waren traditionell stark durch Handwerksbetriebe geprägte Viertel. Im Zuge der Stadtsanierung mit Hinterhofentkernung, der Verlagerung der kleinen Betriebe in Gewerbe- und Handwerkerhöfe sind hier viele Arbeitsplätze weggefallen. In den letzten Jahren entstanden im und am Rande des Viertels zahlreiche Bürobauten. Die Arbeitsplätze verlagern sich also in den Dienstleistungsbereich. Durch die geplante Neubebauung des Ostbahnhofgeländes/Werksviertels wird sich diese Tendenz noch verstärken.

Haidhausen

Größte Arbeitgeber zur Zeit sind Paulaner, die MAHAG, die Hotelbranche (Holyday-Inn, Motel One, City-Hilton. Größte öffentliche Arbeitgeber sind: Gasteig, Landtag, Sozialreferat, Wohnungsamt und Klinikum Rechts der Isar. Diese großen Einheiten machen neben der Flächenbeanspruchung Probleme bei den sozialen Einrichtungen und im Verkehrsbereich. Zu einem Teil werden die Krippenplätze und Horte durch Kinder der Beschäftigten in diesen großen Einrichtungen belegt.

Am Knotenpunkt Haidenauplatz haben sich vier Großverwaltungen etabliert, mit bis zu 20.000 Arbeitsplätzen. Diese meist hochqualifizierten Beschäftigten kommen früh von außerhalb weit her und verlassen die Stadt abends wieder. Sie bleiben am Tag meist unter sich, kommen weil sie hier gut verdienen und erzeugen im Stadtteil vor allem Verkehrsprobleme. Nicht wenige von ihnen kaufen sich im Stadtbezirk Eigentumswohnungen und beschleunigen die Veränderungen der bodenständigen Wohnbevölkerung, die die steigenden Preis nicht zahlen kann.

Hier muß der Bezirksausschuss defensiv steuern.

Viele Jahre war die Durchsetzung von Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung ein Schwerpunkt der Bezirksausschussarbeit. Mit der Mehrheit des damaligen Bezirksausschusses 14 - Haidhausen wurde die Verkehrsberuhigung in Haidhausen eingeführt. Bereits in der zweiten Hälfte der 80er-Jahre kamen aus Haidhausen die ersten Forderungen in München zur Einführung einer Parklizensierung. Mit der Wiedereinführung von Einwohnervorrechten im „Parkraummanagement“ zum 1. Oktober 1990, für die der BA sich jahrelang eingesetzt hat, hat es Stellplatzbeschränkungen für Dauerparker aus den Großverwaltungen gegeben. Die vorhandene gute Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln muss nun ausgenutzt werden und die Zugangsmöglichkeiten zur S-Bahn müssen verbessert werden.

Im positiven Sinn gestaltend für die Arbeitsplatzentwicklung ist der Bezirksausschuss auf einer anderen Ebene. Im Zusammenhang mit der Stadtteilsanierung und den damit dominierenden Interessen, lukrative Wohnverhältnisse durchzusetzen, wurden Hinterhöfe entkernt. Handwerker mußten gehen, zahlungskräftige wurden umgesetzt in Handwerkerhöfe. Dieser Umstrukturierungsprozess hat bewirkt, daß ein Großteil der kleinen Handwerksbetriebe mit ihren Beschäftigungsmöglichkeiten aufgeben mußte. Die Mehrheit im Bezirksausschuss hat jahrelang dagegen gehalten und dafür gesorgt, daß sich mittlerweile diese Planungsvorgaben geändert haben. Jetzt gibt es in vielen Hinterhöfen noch manch alten und auch neue Betriebe, die sich dort wieder ansiedeln konnten. Durch das Herbergenprogramm – „Haidhauser Herbergen für Haidhauser Handwerker“ – wurden zusätzlich Familienbetriebe und Handwerkerhaushalte gehalten.

Mit der Änderung der Nachfrage auf dem Wohnungsmarkt besteht auf einer zweiten Ebene starker Druck zu Lasten der ansässigen Bevölkerung. Wohnen und Arbeiten in der Stadt ist wieder gefragt, vor allem von jungen und zahlungskräftigen Einzelpersonen und Haushalten, die die großzügig geschnittenen und sanierten Altbauwohnungen aus der Gründerzeit bevorzugen. In der Konkurrenz unterliegen meist die Familien der ansässigen Bevölkerung, die angewiesen sind auf die noch relativ preisgünstigen Altbaumieten: Haushalte mit Kindern, Alleinerziehende, Studenten, Rentner. Wie der Armutsbericht der Stadt zeigt, haben Haushalte der unteren Einkommensgruppen immer noch starkes Gewicht in der Bevölkerung beider Stadtteile, trotz aller Veränderungen in der Sozialstruktur der vergangenen Jahre.

In den vergangenen Jahrzehnten ist die Sanierung in Haidhausen mit dem guten Vorsatz durchgeführt worden , die Stadterneuerung im Sinne der hier ansässigen Bevölkerung durchzuführen. Die Erfahrungen aus der Arbeitspraxis des BA's belegen aber, dass die Stadtsanierung trotz vieler Schutzmaßnahmen auf die Interessen der Auer und Haidhauser nur wenig Rücksicht genommen hat und allenfalls negative Entwicklungen abgefedert und in den Auswirkungen gemildert hat. In dieser Lage konzentriert sich die Arbeit des BA's auf das verbliebenen Instrumentarium für Schutzmaßnahmen aus dem Baugesetzbuch: Der Erlass von Erhaltungssatzungen und deren Fortschreibung zur Verhinderung von Luxussanierung zu Lasten der ansässigen Bevölkerung. Arbeitsschwerpunkt ist ebenso die Überwachung und Verhinderung von Wohnraum-Zweckentfremdungen.

Stadtbezirk Au-Haidhausen der Landeshauptstadt München

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