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Gedenktage
für die Opfer des Nationalsozialismus
1996 - 2006
Bundespräsident
Roman Herzog hat vor zehn Jahren den 27. Januar zum Tag des
Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus erklärt.
Zum Gedenktag für die Opfer erinnert der Bezirksausschuß
Maxvorstadt alljährlich an die grauenhafte Verbrechen
dieses Regimes durch verschiedene Veranstaltungen:
1996:
Schicksale jüdischer Mitbürger in der Maxvorstadt
Beim
Besuch der Ausstellung 'Bürokratie und Kult' des Zentralinstituts
für Kunstgeschichte, in der die Entwicklung des NSDAP-Parteizentrums
und des Parteikults im Umfeld des Königsplatzes erstmals
mit wisschenschaftlicher Gründlichkeit dargestellt worden
war, wurde dem Verfolgungsschicksal jüdischer Mitbürger
in der Maxvorstadt gedacht.
1997:Georg
Elser Platz
Zum Gedenktag 1997 konnte eine Platzfläche an der
Türkenstrasse nach Johann Georg Elser (04.01.1903 - 09.04.1945)
benannt werden. Georg Elser hatte von der Türkenstrasse
aus das Attentat auf Hitler im Bürgerbräu-Keller
am 8.11.1939 vorbereitet.
Der kleine, bescheidene Platz an der Türkenstrasse, in
unmittelbarer Nachbarschaft der Wohnung Georg Elsers, mit
dem örtlichen Bezug zu der Münchner Gestapo-Zentrale
im Wittelsbacher Palais, wo er verhört wurde, soll zugleich
an die acht Opfer der Explosion im Bürgerbräu-Keller
erinnern.
Zum 60. Jahrestag des Attentats sprach Oberbürgermeister
Christian Ude Worte des Gedenkens am Georg-Elser-Platz. Die
Namensgebung geht auf einen Antrag des Bezirksausschusses
Maxvorstadt vom 8. März 1994 zurück.
1998:
Walter Klingenbeck-Weg
Seit
Januar 1998 erinnert der bis dahin unbenannte Fußweg
auf dem staatlichen Grundstücksareal zwischen Kaulbarstrasse
und Ludwigstrasse nördlich der Staatsbibliothek an das
Schicksal Walter Klingenbecks.
Walter Klingenbeck, geb. 20.3.1924 in München, am 26.1.1942
durch Denunziation verhaftet, verurteilt zum Tode durch den
"Volksgerichtshof" am 24.9.1942, hingerichtet im
Alter von 19 Jahren am 5.8.1943 im Gefängnis Stadelheim.
Walter Klingenbeck war Mitglied der Kath. Jungschar von St.
Ludwig bis zu deren Auflösung 1936. Führte eine
kleine oppositionelle Jugendgruppe an, die mit Flugblättern,
Wandparolen und Geheimsendern Widerstandsaktionen für
den Sturz des NS-Regimes plante und durchführte. (siehe
auch: Broschüre Walter
Klingenbeck-Weg)
1999:
"Topographie des NS-Terrors in München"
Wittelsbacher Palais: Gestapo-Zentrale und Gestapo-Gefängnis
Wo
genau befand sich das Wittelsbacher Palais mit der Gestapo-Leitstelle
München? Wann und wo wurde das Gestapo-Gefängnis
errichtet? ...
Diesen Fragen wurde bei der "Spurensuche", zu der
St. Markus, Gegen Vergessen Für Demokratie e.V. und der
Bezirksausschuss Maxvorstadt am 20. Januar 1999 eingeladen
hatten, nachgegangen.( siehe auch:"Topographie
des NS-Terrors in München")
2000:
Freiherr-von-Pechmann-Weg
Im Mittelpunkt der Veranstaltung am 29. Januar 2000 stand
das Gedenken an Wilhelm Freiherr von Pechmann (10.6.1859 -
10.2.1948). Der Fussweg an der Ostseite der Königinstrasse
zwischen Veterinärstrasse und Von-der-Tann-Strasse wurde
nach Wilhelm Freiherr von Pechmann benannt. Im Dezember 1998
regte der Bezirksausschuss Maxvorstadt an, diesen neugeschaffenen
selbständigen Fußweg nach Wilhelm Freiherr von
Pechmann zu benennen.
2001:
Wunden der Erinnerung": ORADOUR-SUR-GLANE'
Zum Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus
erinnert der Bezirksausschuß Maxvorstadt an das grauenhafte
Verbrechen der SS-Panzerdivision "Das Reich" am
10. Juni 1944, dessen Opfer die Bürger von Oradour-sur-Glane
(Limousin) waren.
Der Untat der SS-Panzerdivision "Das Reich" fielen
am 10. Juni 1944 in Oradour-sur-Glane 642 Menschen zum Opfer.
210 Frauen und 240 Kinder wurden in der Dorfkirche ermordet,
die Männer in Scheunen und Garagen mit Maschinengewehren
niedergeschossen.
Die Ruinen des Ortes, von Charles de Gaulle zum Nationalen
Denkmal Frankreichs erklärt, erinnern bis heute an das
heimtückische Massaker. Über 300 000 Menschen besuchen
jährlich das Märtyrerdorf (village martyr) im Nordwesten
von Limoges. 1999 wurde in Oradour das "Centre de la
Mémoire" eröffnet.Oradour-sur-Glane
steht für die Grausamkeit und Sinnlosigkeit des totalen
Kriegs; ebenso wie die Orte Lidice (10. Juni 1942 in der Tschechoslowakei),
Distimo (10. Juni 1944 in Griechenland) und Marzabotto / Monte
Sole (29. September 1944 in Italien).
2002:
NS-Dokumentationszentrum am Königsplatz
Am 26. Januar 2002 wird zum Gedenktag der Opfer des
Nationalsozialismus am Sockel der sog. Ehrentempel Ecke Arcis-/Brienner
Straße vom Baureferat in Zusammenarbeit mit dem Kulturreferat
und dem Bezirksausschuss Maxvorstadt eine Tefel neu aufgestellt,
die in deutscher und englischer Sprache an das NS-Macht- und
Kultzentrum in der Maxvorstadt erinnert.
Damit soll gleichzeitig die partei-übergreifende Forderung,
in München in unmittelbarer Nähe des Königsplatzes
ein Informationszenntrum über die NS-Zeit und die Jahre
davor zu errichten, unterstrichen werden. Diese Forderung
richtete sich an die Stadt München, den Freistaat Bayern
und auch an den Bund. (s. Broschüre: NS-Dokumentationszentrum
am Königsplatz)
2003:
"Oradour und die Europäische Erinnerungsarbeit"
Erinnerungsarbeit muss nationale Grenzen in Europa überschreiten.
Gemeinsames Gedenken über Grenzen hinweg kann Gemeinsamkeit
und Vertrauen in der Zukunft schaffen.
"Wunden
der Erinnerung": ORADOUR-SUR-GLANE'
Zum Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus erinnert
der Bezirksausschuß Maxvorstadt 2003 an das grauenhafte
Verbrechen der SS-Panzerdivision "Das Reich" am
10. Juni 1944, dessen Opfer die Bürger von Oradour-sur-Glane
(Limousin) waren.
Der Untat der SS-Panzerdivision "Das Reich" fielen
am 10. Juni 1944 in Oradour-sur-Glane 642 Menschen zum Opfer.
210 Frauen und 240 Kinder wurden in der Dorfkirche ermordet,
die Männer in Scheunen und Garagen mit Maschinengewehren
niedergeschossen.
Die Ruinen des Ortes, von Charles de Gaulle zum Nationalen
Denkmal Frankreichs erklärt, erinnern bis heute an das
heimtückische Massaker. Über 300 000 Menschen besuchen
jährlich das Märtyrerdorf (village martyr) im Nordwesten
von Limoges. 1999 wurde in Oradour das "Centre de la
Mémoire" eröffnet.
Oradour-sur-Glane
steht für die Grausamkeit und Sinnlosigkeit des totalen
Kriegs; ebenso wie die Orte Lidice (10. Juni 1942 in der Tschechoslowakei),
Distimo (10. Juni 1944 in Griechenland) und Marzabotto / Monte
Sole (29. September 1944 in Italien).
Erinnerungsarbeit
muss nationale Grenzen in Europa überschreiten. Gemeinsames
Gedenken über Grenzen hinweg kann Gemeinsamkeit und Vertrauen
in der Zukunft schaffen.
Es
spricht der Bürgermeister von Oradour-sur-Glane, M. Raymond
Frugier,
Grussworte: Dr. Gertraud Burkert, Bürgermeisterin der
Landeshauptstadt München, Karl Freller, Staatssekretär
im Bayer.Staatsministerium für Unterricht und Kultus,
Klaus Bäumler, Bezirksausschuss Maxvorstadt
"Topographie des NS-Terrors
in München"
Wittelsbacher Palais: Gestapo-Zentrale - Gestapo-Gefängnis
2004:
"Wissenschaft und Zivilcourage"
Das
Chemische Institut von Nobelpreisträger Geheimrat Prof.
Heinrich Wieland am Alten Botanischen Garten war nicht nur
ein Zufluchtsort für Studenten (u.a. Halbjuden"),
die an keiner anderen Universität während des "Dritten
Reichs" studieren durften, sondern auch der Ort des Widerstandes
von Hans Leipelt und Marie-Luise Jahn im Zeichen der Weissen
Rose.
Nachdem voraussichtlich 2004 das Areal der "Alten Chemie"
umgenutzt wird, besteht jetzt noch einmal die Möglichkeit,
auf die besondere zeitgeschichtliche Bedeutung des Ortes hinzuweisen.
Zugleich soll mit dieser Veranstaltung um die Erhaltung des
Hörsaaltrakts an der Meiserstraße (Architekten:
Albin Steininger und Johanna Löv) geworben werden, um
hier in Verbindung mit dem Justus-von-Liebig-Hörsaal
das von Freistaat Bayern und Landeshauptstadt München
geplante NS-Dokumentationszentrum einzurichten.
Vortrag:Dr.
Hildegard Hamm-Brücher, Staatsministerin a.D.
'Heinrich Wieland - ein aufrechter Dissident'
Begrüßung: Klaus Bäumler, Vorsitzender
des Bezirksausschuß Maxvorstadt
Grußwort: Prof. Dr. Franz Bracher, Dekan der Fakultät
für Chemie und Pharmazie der LMU
Einladung
2005:
Gespräch mit Zeitzeugen - Pavel Kohn un David Duschmann
60. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Ausschwitz
Anlässlich
dieses Tages berichten zwei Zeitzeugen - der Eine aus Sicht
eines in Auschwitz internierten, der Andere als einer, der
die Situation als Befreier erlebt hat. die beiden Zeitzeugen
sprechen miteinander über ihre Eindrücke und ihr
Erleben, beantworten Fragen und diskutiern mit den Zuhörern.
Pavel
Kohn
geb. 1929 in Prag, ist einziger Überlebender einer große
jüdischen Familie. Von 1942-45 war er in Theresienstadt
sowie in den Konzentrationslagern Auschwitz-Birkenau und Buchenwald
interniert. Der Dichter, Publizist, Journalist ('Schlösser
der Hoffnung';2001) und ehemaliger Redakteur von Radio Free
Europe lebt heute mit seiner Frau im niederbayerischen Rottal.
David
Duschmann
Jahrgang 1923, Sohn eines Arztehepaars und begeisterter Sportler,
hatte sich am 22. Juni 1941 - unmittelbar nachdem der Zweite
Weltkrig die UdSSR erfaßt hatte - freiwillig an die
Front gemeldet. 1945 gehörte er als Panzersoldat der
sowjetischen Truppeneinheit an, die das Konzentrationslager
Auschwitz befreite. Heute lebt er mit seiner Familie in München.
Moderation:
Brigitte Reimer (Slavistin, Journalistin), Übersetzung:
Peter Oberhuber (staatl. gepr. Übersetzer)
Musikalische Umrahmung: Männerchor 'Freundschaft' der
Israelitischen Kultusgemeinde München
Veranstalter:
Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit
e.V.
Bezirksausschuss 3 Maxvorstadt der LHSt München
Gegen Vergessen - Für Demokratie e.V., Regionalgruppe
München
Ort:
Großer Sitzungssaal, Neues Rathaus, Marienplatz
2006:VON
IHREN KIRCHEN VERLASSEN UND VERGESSEN ?
ZUM SCHICKSAL DER CHIRSTEN JÜDISCHER HERKUNFT
IN MÜNCHEN IN DER NS-ZEIT
Vortrag von Dirk Schönlebe
Zeitzeugenbericht von Walter Joelsen
Im
Mittelpunkt der Veranstaltung steht die Erinnerung an das
Verfolgungsschicksal der Christen jüdischer Herkunft
in München während der Zeit des Nationalsozialismus.
Die sog. nicht-arischen Christen gehörten der katholischen
bzw. der evangelischen Kirche an und waren von dem religios-humanitären
Netz der Kultusgemeinden, das die jüdische Glaubensgemeinschaft
bis zuletzt verband, ausgeschlossen.
Wie reagierte die katholische und die evangelische Kirche
auf die Not ihrer sog. nichtarischen Gemeindemitglieder?
Welche Hilfsstellen wurden in München geschaffen?
Dirk Schönlebe beantwortet in seinem Vortrag diese Fragen
und stellt die neuesten Forschungsergebnisse vor.
Walter Joeisen berichtet als Zeitzeuge.
Veranstaltungsort: Bayerisches Hauptstaatsarchiv Schöfeldstr.5,
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