Ausstellung: STABPUPPEN (2.10.-31.10.2008)
"Sigrid Mrsich-Michél kommt vom Theater.
Sie hat ihr Diplom in der Grafischen Abteilung der Münchner
Meisterschule für Mode erwoben und danach als
Kostümbildnerin gearbeitet, an verschiedenen Theatern und
auch kurz beim Fernsehen, bevor sie diese Arbeit aus
familiären Gründen aufgab.
Sie entwickelte ein eigenes Marionettentheater, in dem sie –
im Freundeskreis – Opern aufführte (Mozarts „Bastien und
Bastienne“, „Apollo und Hyazinth“, „Die Entführung aus dem
Serail“) und auch Stücke für Kinder.
Trotz dieses „theatralischen“ Ursprungs sieht sie in ihren
Marionetten und Stabpuppen eher dreidimensionale Figurinen
als funktionstüchtige Theaterpuppen und hat damit eine
eigene künstlerische Ausdruckform entwickelt. Man könnte sie
auch als eine dreidimensionale Variante der bekannten
indonesischen Wayangfiguren auffassen. Von diesen gibt es
wohl auch eine historische Verbindung zum Chinesischen
Puppentheater.
Wie gesagt, sie kommt vom Theater. Ihr Motive findet sie
dort, aber auch in der Oper, in der Literatur und im
Märchen. Dazu kommen die Tierzeichen aus den Horoskopen
verschiedner Kulturen. Hier kann sie ihrer Liebe zu Masken
frönen, denn hinter ihren Tierdarstellung stehen immer
Menschen - wobei sich die Grenze zwischen Mensch und Maske
durchaus verwischen kann.
Die hier figürlich gewordenen Motive stammen alle aus der
chinesischen Astrologie bzw. – was in der chinesischen
Tradition das Gleiche ist – aus dem chinesischen Kalender:
Dessen Jahreseinteilung befolgt einen Turnus von 12 Tierkreisen
Ratte – Büffel – Tiger – Hase (auch Katze) – Drachen -
Schlange – Pferd – Ziege – Affe – Hahn - Hund – Schwein.
Hinzu kommen, quasi als Modulatoren, die 5 Elemente:
Holz (Grün) – Feuer (rot) – Erde (braun) - Metall (grau,
metallic) – Wasser (schwarz, blau).
In Kombination mit diesen ergeben sich bereits 60
Variationen. Es gibt weitere Verfeinerungen, die spielen
aber hier keine Rolle."
